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Unsere Themen für Sie:

19. Mai

 

Wenn es an der Haustür klingelt

Trickdiebe und Trickbetrüger

26. Mai

 

Riegel vor! Sicher ist sicherer

Einbruchschutz

 

5. Mai: Tatort Telefon - Betrügereien am Telefon

Frage: Auf meinem Handy habe ich manchmal unbekannte Nummern. Wie soll ich mich verhalten?

Ich würde diese "verpassten" Anrufe ignorieren. Denn auch hier können Betrüger dahinter stecken und bei einem Rückruf abkassieren. Wer berechtigt wirklich was von Ihnen möchte, der wird sich noch einmal melden.


Frage: Ist es richtig, dass die Anrufe aus dem Ausland kommen?

Es gibt Callcenter, die häufig im Ausland sitzen, von wo aus die sogenannten Keiler die betrügerischen Telefonate tätigen. Der Logistiker vermittelt die Daten der potenziellen Opfer an die Abholer. Diese warten vor Ort der angerufenen Personen, um möglichst schnell die Beute abzuholen. Der Boss einer solchen Bande sitzt meist im Hintergrund und kassiert den Großteil der Beute. Es funktioniert fast nach dem altbekannten Prinzip der Drückerbanden.


Frage: Was kann ich tun, damit ich von Betrügern nicht mehr angerufen werde?

Kein Eintrag im Telefonbuch. Neue Rufnummer beantragen und diese nur an mir wichtige Personen weitergeben. Betrügerische Rufnummern gegebenenfalls auf eine Blacklist der Telefonanlage (Router) setzen. Doch die Betrüger ändern oft die Telefonnummern, mit dem sogenannten Call-ID-Spoofing. Seien Sie sehr vorsichtig, wenn der unbekannte Anrufer von Ihnen Daten möchte oder Ihnen gar eine Fernwartung Ihres PC anbietet. Im Zweifel immer auflegen und gegebenenfalls zurückrufen.


Frage: Woher haben die Betrüger meine Telefonnummer?

Entweder klassisch aus dem Telefonbuch oder sie kaufen umfangreiche Kontaktlisten. Diese werden in Verbrecherkreisen regelrecht gehandelt. Die Daten in diesen Listen entstammen häufig verschiedenen Quellen, wie z.B. Preisausschreiben, legalen und illegalen Umfragen, Telefonlisten oder auch anderen vorausgegangenen Telefonbetrügereien. Manche Anrufe dienen nur dem Datensammeln.


Frage: Und die Bankdaten?

In der Regel wird geschickt gefragt. Teilweise werden auch entsprechende Mails versendet. Manchmal reicht auch schon eine weggeworfene Quittung, wo ein Teil der Bankdaten ersichtlich ist. Die fehlenden Daten werden dann geschickt erfragt.


Frage: Wenn ich am Telefon mehr oder weniger überrumpelt werde, einen Vertrag abzuschließen, ist dann ein mündliches "Ja" schon vertragsbindend?

Ja, das ist ein gültiger Vertrag. Es gibt nur wenige Ausnahmen, wie z.B. Glücksspiele. Dort ist ein mündlicher Vertrag nicht ausreichend. Bei online oder fernmündlichen Verträgen hat man das übliche 14-tägige Rücktrittsrecht. Den Rücktritt vom Vertrag sollten Sie immer schriftlich per Einschreiben machen. Das kann in einem möglichen späteren Rechtsstreit dann als Nachweis dienen. Seriöse Firmen akzeptieren oft auch eine einfache Email.


Frage: Wie verhalte ich mich, wenn mir am Telefon etwas merkwürdig vorkommt?

Im Zweifel immer auflegen und wenn erforderlich, die Polizei anrufen.


Frage: Welche Maschen nutzen die Betrüger in Verbindung mit dem Corona-Virus??

Da gibt es verschiedene Tricks. Zum Beispiel wird der Enkeltrick in abgewandelter Form genutzt. Es wird um Unterstützung bei einer sehr kostspieligen Behandlung  gebeten. Weitere Informationen erhalten Sie hier.

12. Mai: Häusliche Gewalt - ein Tabuthema?!

Frage: Er hat gesagt, dass ich die Kinder nie wieder sehe, wenn ich mich trenne. Kann das sein?

Diese Drohung hört man immer wieder. Bei einem gemeinsamen Sorgerecht haben beide das Recht, die Kinder zu sehen. Wer seitens des Staates die sogenannte Wächterfunktion erfüllt, ist das Jugendamt. Die würden mit ihnen gemeinsam eine Regelung erarbeiten. Nur wenn ein Elternteil die Kinder verwahrlosen lassen würde oder Hinweise auf Misshandlung/Missbrauch vorliegen, könnte dieses Elternteil die Kinder nur unter Aufsicht oder erstmal gar nicht sehen.


Frage: Wenn ich ihn verlasse, bin ich mittellos. Woher bekomme ich Geld?

Natürlich sind Sie nicht mittellos. Sie können einen eigenen Antrag beim Jobcenter auf Regelleistungen stellen. Für Kinder steht Ihnen zusätzlich noch Kindergeld und Unterhaltsvorschuss zu.


Frage: Wo soll ich denn nach der Trennung wohnen? Ich habe doch nichts.

Wenn Sie einen Antrag beim Jobcenter stellen und Leistungen beziehen, übernimmt das Jobcenter auch die Miete. Diese muss einige Bedingungen erfüllen, aber es ist machbar. Über die Wohnhilfen können Sie sich dann Unterstützung bei der Suche holen.


Frage: Was passiert, wenn ich beim nächsten Mal die Polizei rufe?

Sollte ihr Partner ihnen gegenüber körperliche Gewalt anwenden, Sie also verletzen, dann hat die Polizei die Möglichkeit, den Aggressor für 10 Tage der Wohnung zu verweisen. Den Polizeibeamten muss möglichst genau geschildert werden, was passiert ist. Dabei ist es auch wichtig zu sagen, ob es schon in der Vergangenheit zu Übergriffen gekommen ist. Die Polizisten müssen dann rechtlich sauber begründen, dass es ohne eine Wegweisung zu weiterer Gewalt kommen wird.


Frage: Was passiert, wenn ich Strafantrag stelle?

Bei den meisten Delikten im Rahmen der häuslichen Gewalt handelt es sich um Antragsdelikte. Teilweise können die nur weiter verfolgt werden, wenn Strafantrag gestellt wird. Erklären sie den Verzicht auf den Strafantrag, dann kann dieser Verzicht nicht mehr zurückgenommen werden. Besser ist, dass man sich die Stellung eines Strafantrags vorbehält. Dann hat man 3 Monate Zeit, sich zu entscheiden. Nachdem man Strafantrag gestellt hat, kann man immer noch von seinem Zeugnisverweigerungsrecht Gebrauch machen, falls man verheiratet oder verlobt ist. Dann brauche ich keinerlei Aussage mehr machen und das Verfahren wird fast immer eingestellt.


Frage: Wird denn mein Mann direkt eingesperrt, wenn er mich das nächste Mal schlägt?

Wenn der Partner für 10 Tage der Wohnung verwiesen wird, hat das keine direkte Inhaftierung zur Folge. Eine direkte Haft kommt nur dann in Frage, wenn es sich um schwerwiegende Delikte handelt. Das entscheidet endgültig immer die Staatsanwaltschaft beziehungsweise das Gericht.

 

Frage: Mein Partner hat gesagt, dass ich direkt das Land verlassen muss, wenn ich ihn verlasse. Stimmt das?

Auch das stimmt nicht und ist ein Druckmittel, um Sie an sich zu binden. Sind Ihre Kinder in Deutschland geboren, begründet sich darin schon das Recht in Deutschland zu bleiben. Ansonsten können Sie einen eigenständigen Asylantrag stellen, in dem Sie natürlich Ihren Aufenthalt begründen müssen. Am besten lassen Sie sich dabei helfen.


Frage: Ich kann doch den Kindern nicht den Vater nehmen. Die Kinder würden nur unter der Trennung leiden, oder sehen sie das anders?

Man nimmt den Kindern nicht den Vater, denn er ist ja nach wie vor vorhanden. Man muss Regelungen finden. Für Kinder ist jeder Art der Gewalt unter Eltern schlimm. Bei jedem Anbrüllen des Partners leiden die Kinder mit und übernehmen teilweise Verantwortung für den Unterlegenen. Die Kinder befinden sich in einem Teufelskreis. Für die Kinder ist eine Trennung nicht schön, aber besser als immer wieder Konflikte aushalten zu müssen.


Frage: Wenn mein Partner für 10 Tage verwiesen worden ist, darf er auch vorher wieder zurück, wenn wir uns wieder vertragen?

Nein, das ist nicht zulässig. Man kann seine Gründe bei der Polizei vortragen, warum er wieder zurückkommen soll. Entscheidet die Polizei, dass der Partner nach wie vor die Wohnung nicht betreten darf, kann man beim zuständigen Verwaltungsgericht einen Antrag stellen. Die werden dann entscheiden.


Frage: Gibt es eigentlich auch Männer, die Opfer von Häuslicher Gewalt sind?

Natürlich gibt es das. Die Scham des Mannes, sich zu offenbaren, ist noch größer als die der Frauen. Es gibt Untersuchungen, die davon sprechen, dass ca. 18 % der Geschädigten männlichen Geschlechts sind. Mittlerweile hat man das erkannt und somit gibt es seit kurzem sogar eine bundesweite Hotline https://maennerhilfetelefon.de/


Frage: Wer hilft mir denn, wenn ich die Polizei nicht einschalten will?

Es gibt verschiedene örtliche Beratungsstellen. Man kann die Erreichbarkeiten über das Netzwerk NO gegen Gewalt abfragen  http://www.obk.de/cms200/kreis/edk/no/ oder über das Hilfetelefon https://www.hilfetelefon.de/ dort ist 365 Tage im Jahr, 24 Stunden am Tage in 17 Sprachen eine Person zu erreichen.

Frage: Wo finde ich denn ein Frauenhaus und wie lange kann ich dort bleiben?

Wenn Sie sich entscheiden in ein Frauenhaus zu gehen, haben Sie einen ganz wichtigen Schritt in die Richtung eines selbstbestimmten Lebens getan. Ihr Aufenthalt im Frauenhaus hat keine festgelegte Dauer oder eine zeitliche Begrenzung. Wenn Sie das Gefühl haben, wieder auf eigenen Beinen stehen zu können, helfen Ihnen die Kolleginnen aus dem Frauenhaus bei der Wohnungssuche und wenn alles geregelt ist, können Sie das Haus wieder verlassen. Ihr Aufenthalt im Frauenhaus ist ja immer freiwillig.
frauenhaus@caritas-oberberg.de - da wird Ihnen geholfen!